Alle hier angezeigten Preise sind in Euro i n k l u s i v e der gesetzlichen Mehrwertsteuer von derzeit 7%.
VERSANDKOSTEN: Innerhalb Deutschlands liefern wir versandkostenfrei. Europa: 18,-- Euro pauschal. Welt: 36,-- Euro pauschal.
Camerarius, Rudolph Jacob. De Sexu Plantarum Epistola D. Rudolphi Jacobi Camerarii, Profess. Tubingensis, Ad D. Mich[aelis] Bernhard[i] Valentini, PP. Gissensem. (Seite 225 - 271) und: „Responsoria“, (Seite 272 - 274). In: M. B. Valentini. Polychresta Exotica. Accedunt... Dissertationes Epistolicae. Frankfurt/Main: Zunner 1700. Titelblatt, drei nnum. Blätter, 293 Seiten, eine nichtpag. Seite „Errata“. 6 Kupferstiche auf Tafeln (zu anderen Beiträgen). Farbschnitt. Pergamentband der Zeit mit hs. Rückentitel. 4to.
€ 3600,-
Erster, durch Valentini veranlaßter, vollständiger Abdruck mit dessen „Responsoria“. Die Sexualität der Pflanzen wurde erstmals 1694 in Tübingen durch R. J. Camerarius (Tübingen 1665 - 1721 Tübingen) experimentell nachgewiesen. Diese epochemachende Entdeckung aus dem ehemaligen, kleinen botanischen Gärtchen unterhalb der Tübinger Stiftskirche begründete die wissenschaftliche Botanik und war Voraussetzung für die Entdeckungen von Linné, Darwin, Mendel u.v.a. Als Brief an den Giessener Professor der Medizin, Michael Bernhard Valentini (1657 - 1729) hatte Camerarius diese Arbeit 1694 in Tübingen veröffentlicht. Der Band enthält weitere Beiträge, u.a. die frühe Anwendung eines Tabakklistiers (mit Kupfern) und eine der ersten Anleitungen zur Anwendung von Ipecacuanha und der Chinarinde. - Erschien in der gerichtsmedizinischen Sammlung, von Valentini herausgegeben: Valentini, Michael Bernhard. Pandectae medico-legales, sive responsa medico-forensia ex archivis academiarum celebriorum scriptisq[ue] ... Introductionibus generalibus, cuilibet classi praemissis ... Accedunt authoris declamationes panegyricae, polychresta exotica [et] dissert. epistolicae. In zwei Bänden gebunden. Frankfurt a.M.: Zunner 1700-1701. 12 nnum. Blätter, 824 (richtig 822) Seiten, 2 Seiten Errata, 20 Seiten Index; 8 nnum. Blätter, 660 Seiten, 1 Blatt Errata, 4 nnum. Blätter, 110 Seiten, 1 Seite Errata, 4 nnum. Blätter, 293 Seiten, 1 Seite Errata. Mit 6 (1 gefaltet) gestochenen Tafeln. - Beide Bände durchgehend gebräunt und teils stärker stockfleckig. Pergamentbezug von Band II am Rücken mit kleinen Fehlstellen, hinteres Innengelenk fachgerecht gefestigt. - (Brunet V, 1038; Garrison-Morton 1728; Graesse VII, 238 (alle drei mit der Ausgabe 1722); Hirsch-Hübotter V, 693).
Bauernkrieg - Zimmermann, Wilhelm. Allgemeine Geschichte des großen Bauernkrieges. Nach handschriftlichen und gedruckten Quellen. Erster Theil (- 3. Theil) in einem Band. [1. Auflage]. Stuttgart: Köhler 1841-1843. XIV, 380 Seiten, 1 Seite Berichtigung, 1 Seite weiß; Titel, 336 Seiten; Titel, Seite 337 - Seite 908, 4 Seiten Verlags-Anzeigen. Farbschnitt. Sehr schöner, marmorierter Halblederband der Zeit mit vergoldetem Rückentitel und reichen, ornamentalen Rückengold- und Blind-Prägungen.
€ 600,-
Prachtvolles Exemplar der seltenen, ersten Ausgabe. [Balthasar Friedrich] Wilhelm Zimmermann (Stuttgart 1807-1887 Bad Mergentheim) entstammte einer alten Stuttgarter Weingärtnerfamilie. Bereits vor dem Eintritt in das Tübinger Stift war er zusammen mit Strauß und Vischer im Seminar Blaubeuren. Während seiner Zeit als Pfarrer in Dettingen/Urach entstand die Geschichte des großen Bauernkriegs, die ihn so berühmt machte, daß er selbst als Abgeordneter der Paulskirche als ‘Bauernkriegs-Zimmermann’ bezeichnet wurde. Zimmermann war als Abgeordneter des Wahlkreises Hall-Gaildorf-Crailsheim in die deutsche Nationalversammlung in der Paulskirche gewählt worden. Er galt als der radikalste württembergische Abgeordnete, den Friedrich Engels unter die „Besten auf der äußersten Linken in Frankfurt“ rechnete. Er stellte den Kampf der Bauern um ihre alten und natürlichen Rechte und um eine gerechte Ordnung in Deutschland dar, wie es vorher nicht geschehen war. Es ergab sich eine großartig zusammengefügte Darstellung des ganzen Ablaufs in fesselnden Einzelbildern mit lebendiger Betrachtung. (Rapp in LBSF VI, S.266 ff.). Das Werk ruht auf ernsthaftem Quellstudium und ist das Ergebnis vieljähriger Arbeit. Zimmermann hatte die Akten und Urkunden fränkischer, schwäbischer, rheinischer, schweizerischer und elsäßischer Archive auf das sorgfältigste ausgewertet. Leider blieben ihm die bayerischen Archive verschlossen. Zimmermanns aufwendig und exzellent recherchiertes Buch wurde nachmals zur Hauptquelle von G. Hauptmanns ‘Florian Geyer’ und beeinflußte Friedrich Engels, der später zum selben Thema veröffentlicht hatte. - Erfreulich wenig stockfleckiges, wenig beriebenes, sehr gutes Exemplar. (Heyd I, 815; Krauß II, 207; Slg. Borst 2011; Stammhammer I, 268).
Duellrecht - Vischer, August. Tractatus duo JURIS DUELLICI UNIVERSI qvorvm prior de dvello proviso, posterior [hier: postfrior] de dvello improviso. [Erste Auflage]. Jena: Beitmann 1617. Titelblatt mit kl. Holzschnitt-Vignette: Justitia mit Schwert und Waage. 19 nnum. Blätter mit Widmung an mehrere Fürsten, Gedichte zahlr. Beiträger und Widmungsempfänger, Autorenregister der zitierten Literatur, 712 Seiten. Farbschnitt. Guter Pergamentband der Zeit mit drei durchgezogenen Bünden und über den Vorderschnitt gekantete Deckelklappen. Zwei verschiedene Wappen-Supralibros auf den Decken. Vorderdecke monogr. und datiert: „?.V.F. / 1627“. Kl.-8vo.
€ 1.800,-
Umfangreiche und ausführliche Abhandlung zu Duellrecht und Turnierordnungen mit 671 Namen im Verfasserregister der zitierten Literatur, die bis auf klassische Autoren zurückgreift. Der Band enthält mehrere, teils längere Passagen in deutscher Sprache: „Ordnung des Kampffgerichts des Burggraffthumbs Nürnberg“, „Von Kämpffen“, „Kayser Carols des fünfften Kampffschrifft an den König zu Franckreich“, Keyser Heinrichs des Fincklers vnd ersten diß Namens Tornierordnung 1438“, „Vertrag vnd Ordnung vber die Thurnier / begrieffen vnd gemacht zu halten von der Ritterschafft der vier Landen / vnter Keyser Friederich den dritten“. Mit einer Liste von Turnieren von 930 bis 1487 (Seite 469 ff.) etc. Wappen-Supralibros auf der Vorderdecke mit dem Wappen derer ‘von Friesen’, ein Adelsgeschlecht aus Thüringen, was mit dem Monogramm ‘?.v.F.’ übereinstimmt. Auf dem Hinterdeckel Wappen derer ‘von Feisler’. Sehr gutes Provenienz-Exemplar im ursprünglichen Zustand. - Papierbedingt durchgehend gebräunt. Die letzten vier Lagen stärker braunfleckig und mit kleiner Wurmspur im Außensteg. Vorderes Innengelenk fachkundig und unauffällig gefestigt. - August Vischer stammte aus Meißen (‘Dresda-Misnico’ am Titelblatt) und promovierte 1616 mit einer Dissertation über Duellrecht an der Universität Jena. Zum katholischen Glauben konvertiert, wurde er Professor der Rechte an der Universität Trier. Veröffentlichungen von ihm sind bis ins Jahr 1645 bekannt. - (VD17 3:608410H; nicht bei Thimm: Bibliographie ‘Fencing and Duelling’).
Griesinger, Karl Theodor - Pfaff, Carl. Universal-Lexikon von Württemberg, Hechingen und Sigmaringen. Zweite Ausgabe. Mit Nachträgen und Berichtigungen von Carl Pfaff. Stuttgart: Sonnewald 1843. VI Seiten, 1688 (richtig 1670) Spalten; IV Seiten, Spalte 9-246 (Nachträge), 1 Seite Druckfehler. (So vollständig). Eine mehrfach gefaltete "Charte des Königreichs Württemberg und der Hohenzoller'schen Fürstenthümer. 1840". (Gezeichnet und in den Stein gestochen von E. Winckelmann in Stuttgart. 45 x 35 cm). Sprenkelschnitt. Prachtvoller Halbmaroquinband der Zeit mit marmorierten Decken, goldgeprägtem Rückentitel und ornamentaler Rückenvergoldung. 4to.
€ 950,-
Detaillgenaues topographisch-biographisches Lexikon. Sehr schönes Exemplar. Lediglich erste und letzte Lagen etwas stockfleckig. (Engelmann II, 1054; Heyd I, 214; Zischka 99).
Grimm, [Jacob und Wilhelm]. Deutsche Sagen. Herausgegeben von den Brüdern Grimm. [Erster Theil] (- Zweiter Theil). In zwei Bänden gebunden. [Erste Auflage]. Berlin: Nicolai 1816 - 1819. XXXVI, 464 Seiten. Mit dem gedruckten Widmungsblatt: „Unserm Bruder Ludwig Emil Grimm aus herzlicher Liebe zugeeignet“; XX, 380 Seiten. Farbschnitt. Wenig spätere Leinwandbände mit vergoldetem Rückentitel und etwas Rückengoldprägung.
€ 1300,-
Erste systematische Sammlung von nahezu 600 lokalen und geschichtlichen Sagen in einem schönen, frischen Exemplar der ersten Auflage. In den Vorreden von Jakob Grimm wird der Begriff „Sage“ zum ersten Mal definiert als ein Zweig der Volkserzählung und vom Märchen abgegrenzt. „Die Bewunderung für diese Volksdichtung, die die Herausgeber, unter dem nachhaltigen Einfluß von Herders Idee der „Volkspoesie“, mit den jüngeren Romantikern teilen, verbindet sich, vor allem bei Jacob Grimm, mit dem keineswegs lediglich spekulativen Begriff eines unermüdlich schaffenden „Volksgeistes“. Er war überzeugt, dass in den ältesten Sagen „die Taten und Geschichten gleichsam einen Laut von sich geben, welcher forthallen muß und das ganze Volk durchzieht, unwillkürlich und ohne Anstrengung, so treu, so rein, so unschuldig werden sie behalten, allein um ihrer selbst willen, ein gemeinsames, teueres Gut gebend, dessen ein jedweder teilhabe“ (Zeitung für Einsiedler 1808). So verstanden beide Herausgeber ihre Tätigkeit lediglich als ein „leises Aufheben der Blätter und behutsames Wegbiegen der Zweige, um das Volk nicht zu stören“. (KNLL VI, 910). Zu Lebzeiten der Gebrüder Grimm war nur diese Auflage erschienen. „Die wissenschaftliche Ausstrahlungskraft der „Deutschen Sagen“ kann nicht hoch genug eingeschätzt werden; sie sind für vergleichbare nachfolgende Unternehmungen vielfach beispielgebend und richtungsweisend gewesen.“ (Hennig/Lauer S. 581). - Nur sehr vereinzelt wenig stockfleckig. Vordere fliegende Vorsatz-Blätter jeweils entfernt. Schönes, frisches und breitrandiges Exemplar. - (Brieger 836; Hennig/Lauer 713; Slg. Borst 1242).
Hebel, Johann Peter. Carlsruher Liederkranzes Abendunterhaltung am 29. November 1856, als Beitrag zur Errichtung eines Grabmals unsers vaterländischen Dichters J. P. Hebel. [Karlsruhe: C. F. Müller 1856]. 14 nichtpaginierte Tafeln. Originalbroschur mit lithographiertem Titelblatt miteingebunden. Leinwandband der Zeit mit Gold- und Blindprägungen auf den Decken. Gr.-8vo.
€ 650,-
Das reizende Bändchen in einem schönen, frischen und nahezu fleckfreien Exemplar. Illustrierte Ankündigung des Liederkranzes, typographische Tafel mit dem reich verzierten Dichternamen, Hebels Elternhaus und Hebels Grab in Schwetzingen je in Chromolithographie. Die prächtige Porträt-Lithographie Hebels von Obermüller auf feinstem, aufgewalztem China, gedruckt in der Müller’schen Lithographischen Anstalt. Fünf illustrierte Tafeln mit Gedichten Hebels, zwei Doppelblätter mit Gedichten (‘Prolog’ von A. Schöchlin und ‘Johann Peter Hebel’, Gedicht in alemannischer Sprache von Fr. Sonntag). „In einem schmalen, entzückend ausgestatteten Hebel-Album, das der Karlsruher Liederkranz als Baustein zu Hebels neuem Grabmal in Schwetzingen im November 1856 herausbrachte (...) finden sich Illustrationen (...) von H. Dobmann und Carl Heilig.“ (Feger S.72f.). Beide Künstler nicht bei Nagler oder Thieme-Becker. J. Dieffenbacher der 1910 in ‘Schau-ins-Land’ eine ausführliche Arbeit über Hebel-Illustratoren veröffentlicht hatte, schreibt: „Leider war es mir nicht möglich, ein Exemplar des Albums zu erhalten...“ (S. 61). Vollständig von größter Seltenheit. - Vorderdecke mit wenig störendem Feuchtfleck. Ein Blatt mit zwei winzigen, fachkundig hinterlegten Einrissen in den Stegen. Vorsätze erneuert. (R. Feger in Schau-ins-Land 1960; Hebel Ausstellungskatalog 1985: 221,244; C.F. Müller Bibliographie: 29; nicht bei Goedeke).
Hexenwahn - [Spee, Friedrich von]. Cautio Criminalis, seu de Processibus contra Sagas Liber, Magistratibus Germaniae hoc tempore summè necessarius, praeprimis Consiliariis & Confessariis principum, Inquisitoribus, Judicibus, Advocatis, Confessoribus reorum, Concionatoribus, aliisque lectu utilissimus. Sulzbach: Martin Endter 1695. Ein Blatt weiß, Vortitelblatt, Titelblatt in Rot-Schwarz-Druck, 9 nnum. Blätter Vorrede und Index, 407 Seiten. Eine Seite „Protestatio“. Gesprenkelter Farbschnitt. Schöner, mit Streicheisenleisten verzierter Lederband der Zeit mit zwei intakten Schließen. 12mo.
€ 3600,-
Das menschenfreundlichste und mutigste Buch des 17. Jahrhunderts in einem sehr schönen, vollständigen Exemplar der dritten Auflage. Textgleich mit der zweiten Auflage von 1632 sind hier die Druckfehler verbessert. „Erst durch die Folter entstehen Hexen“ und „die zu Tode gequälten Frauen sind unschuldig.“ Der Jesuit Friedrich von Spee hat keine Mühe gescheut, gegen den Hexenwahn die Wahrheit aufzudecken, hat Akten und Indizien durchforscht, den Verhören beigewohnt und Freunde als heimliche Beobachter angestellt, hatte wohl auch als Beichtvater Verurteilte begleitet. Fundiert zeigt er die Mängel und die Grausamkeit der Prozesspraxis auf und erschüttert die Glaubwürdigkeit der Geständnisse und Denunziationen - schonungslos - jedoch mit einer Würde, Eloquenz und Nachhaltigkeit, die auch heikle Dinge sachlich und ernst zu behandeln vermag, prangert er die unheilvollen Mechanismen der Hexenprozesse an. So hat die ‘Cautio Criminalis’, deren erste Auflage 1631 anonym und ohne Druckerlaubnis erschienen war, einen unentbehrlichen Beitrag geleistet zu der kritischen Auseinandersetzung mit uraltem Aberglauben und mittelalterlicher Autoritätshörigkeit, die das Zeitalter der Aufklärung einleitete. Ab der zweiten Auflage von 1632 wurde die Herausgabe vom Jesuitenorden geduldet. - Friedrich von Spee (Kaiserswerth bei Düsseldorf 1591 - 1635 Trier) war nach einer guten Erziehung mit 19 Jahren in den Jesuitenorden eingetreten. Neben seiner Kritik am Hexenwahn gilt er als der bedeutendste katholische Dichter des deutschen Barock (‘Trutznachtigall’). Einige seiner zahlreichen Kirchenlieder haben sich bis in die modernen Gesangbücher beider Konfessionen erhalten. - Sehr vereinzelt wenig fleckig, Titelblatt etwas stärker. Wurmspur im vorderen Innengelenk und an der Befestigung der oberen Schließe. Kopfsteg teils knapp beschnitten. Rücken und Vorderdeckel berieben. Gutes und frisches Exemplar im originalen Zustand. - (De Backer/Sommervogel VII,1425; Dünnhaupt V, 3932; Goedeke III, 195; Holzmann/Bohatta I, 9101; Paisey S2357; Seebaß N.F. 862; VD17 1: 001145F).
Hippokrates - Pittschaft, J[ohann] A[ugust]. (Herausgeber). Die Aphorismen des Hippokrates, verteutscht und commentirt (!). Erster Theil, enthaltend die vier ersten Bücher und Baglio’s goldene Sprüche als Einleitung. (- Zweiter Theil, enthaltend die drei letzten Bücher und als Einleitung Kunstansichten und Gnomen von dem Verfasser). Motto verso Titel: „Nur ein Theil der Kunst kann gelehrt werden, der Künstler braucht sie ganz.“ Göthe. Zwei Teile in einem Band gebunden. [Alles Erschienene]. [Erste Auflage]. Berlin: Reimer 1825. Titelblatt, 2 nnum. Blätter gedruckte Widmung an den badischen König Ludewig. 267 Seiten; VI, 243 Seiten, 2 nnum. Blätter „Verbesserungen“. Farbschnitt. Marmorierter Halblederband der Zeit mit goldgeprägtem Rückentitel und etwas Rückenvergoldung. Lederecken. 12mo.
€ 260,-
Seltene und frühe deutsche Bearbeitung der Aphorismen, „der berühmtesten aller den Namen des Hippokrates tragenden Schriften, und somit des berühmtesten aller jemals erschienenen medicinischen Werke“. (Haeser I, 117). „Diese kurzen Sätze aus der praktischen Heilkunst enthalten den Kern der Hippokratischen Medizin, sind höchst schätzbar und noch jetzt praktisch brauchbar, aber nur dem erfahrenern Artze ganz verständlich.“ (Choulant S. 20). - Johann August Pittschaft (Mainz 1783 - 1848 Baden-Baden) studierte in Würzburg, wo er 1806 promovierte, war dann Arzt in Heidelberg, seit 1817 zu Bonfeld bei Heilbronn, seit 1826 in Karlsruhe und wurde 1829 Amts-Physikus zu Baden-Baden, Badearzt, später Hof- und Medizinalrat. - Das Motto zum Teil zwei (verso Titel): „Was glänzt, ist für den Augenblick geboren, Das Aechte bleibt der Nachwelt unverloren“. Goethe. - Durchgehend meist schwach stockfleckig, erste und letzte Lagen etwas stärker. Rückenleder und Gelenke etwas berieben und mit kleinem Einriss. Beide Vorsatzspiegel fleckig. Wegen eines Druckfehlers im ersten Titelblatt ist dem zweiten Teil zum Austauschen ein verbessertes Titelblatt von Teil eins vorgebunden. Die Titelblätter wurden jedoch nicht ausgetauscht. - (Choulant: Handbuch der Bücherkunde für die ältere Medicin. Seite 35; Hirsch-Hübotter IV, 620 f.).
Hohenlohische Kirchenordnung. Kirchenordnung. Wie es mit der Lehre und Ceremonien in der Löblichen Graffschaft Hohenlohe / [et]c. soll gehalten werden. Von newem wieder geruckt im Jahr Christi 1688. In der Löbl[ichen] Graffschaft Hohenlohe Haupt-Statt OEHRINGEN: Dannenberger 1688. Titelblatt mit Holzschnittvignette (Wappen Hohenlohes), 4 nnum. Blätter Widmungen und „Vor-Rede“, 478 Seiten. Lederband der Zeit über Holzdeckeln auf drei echten Bünden mit Fileten-Blindprägung. Zwei intakte Schließen. Kl.-4to.
€ 650,-
„Wegen Abgang der Exemplarien wiederumb in Druck new auffgelegt[e]“ Hohenlohische Kirchenordnung, die 1578 in Öhringen eingeführt worden war. Nach einer Kostenaufstellung im Hohenlohe-Zentralarchiv Neuenstein wurden von dieser hier vorliegenden Ausgabe 500 Exemplare gedruckt. Enthält u.a. Luthers kleinen Katechismus, die „Fragstück von Nutz und Gebrauch des Catechismus“, Brandenburgische und Nürnbergische Katechismus-Predigten, kurze Vermahnungen von dem Heiligen Abendmahl etc. - Titelblatt im Fußsteg knapp beschnitten mit etwas Buchstabenverlust. Bis zur Lage „K“ mehrere Blätter im Fußsteg fachgerecht angefasert. Seite 7-10, 13/14, 41 und 42/44 mit kleineren Fehlstellen im Text. Rückendeckel mit größeren Bezugsfehlstellen durch Wurmfraß, sonst berieben und mit einigen kleineren Fehlstellen. Beide Schließen etwas schadhaft, jedoch funktionsfähig.
Hohenlohe - Öhringer Almanach - [Anonym]. Allmanach (!) und Taschenbuch auf das Jahr 1803. Oehringen: Schmeissersche Hofbuchhandlung (1802). Frontispiz-Kupferstich: „Schloss Leonfels“ [d.i. Leofels über dem Jagsttal.] (5 x 7 cm), datiert 1801 von Hering nach ‘Kt’. (Nicht bei Schefold !). 94 Seiten, ein Blatt weiß. Mit zwei weiteren Kupferstichen und zwei gefalteten Notenbeilagen. (Plattendruck). Schlichte Kartonage der Zeit. In marmoriertem Schuber. Kl.-8vo.
€ 750,-
Reizender kleiner ‘Oehringer’ Almanach mit umfangreichem Kalendarium, Erzählungen, einer „Beschreibung schöner Gegenden im Hohenlohischen“, zwei Liedern: „Vaterlandslied für Hohenloher“ und „Romanze“ auf gefalteten Notendrucken in Plattendruck. (Melodien von Zumsteeg) und dem „Fragment eines Schauspiels: Der Schwur“. „Der Rendelstein bey Oehringen“ Kupferstich (5 x 9,6 cm) von Hering mit Teilansicht Öhringens mit der Stiftskirche (Schefold 5965) und „Die Hohenloher ziehen in die Schlacht bey Kizingen u. schlagen den Grafen von Henneberg.“ KSt. (5 x 7,1 cm) von Hering. Der Almanach ist in deutschen öffentlichen Bibliotheken via KVK nicht nachweisbar. - Paginierung setzt erst ein ab Seite 35 nach dem Kalendarium. Durchgehend gebräunt und schwach stockfleckig. Schuber mit hs. Aufschrift und kleinen Einrissen. Gutes Exemplar.
[Kerner, Johann Georg]. Reise über den Sund. Tübingen: Cotta 1803. Titelblatt. 334 Seiten. Mit einer gefalteten Tabelle. Hübscher, gesprenkelter Halblederband der Zeit mit goldgeprägtem Rückentitel auf dunkelbraunem Rückenspaltleder und dezenter Rückenvergoldung.
€ 1200,-
Schönes Exemplar des anonym erschienenen Berichts in Briefform. J.G.Kerner (Ludwigsburg 1770-1812 Hamburg), der ältere Bruder von Justinus, studierte ab 1779 Medizin an der Hohen Karlsschule in Stuttgart. Nach der Promotion 1791 zog es ihn als überzeugten Jakobiner von einem Straßburger Studienaufenthalt weiter nach Paris, wo er mit Georg Forster, Adam Lux, Oelsner und Schlabrendorf verkehrte. Hier lernte er den im Dienst der Girondisten um Talleyrand stehenden K.F.Reinhard kennen, der, als französischer Gesandter der drei Hansestädte mit Sitz in Hamburg, Kerner von 1795-1801 zu seinem persönlichen Sekretär ernannte. Wie Reinhard von Napoleon enttäuscht, ließ sich Kerner in Hamburg nieder, wo er 1802 eine politische Wochenschrift „Der Nordstern“ gründete. Dieses Blatt wurde nach knapp fünf Monaten verboten, worauf er Hamburg fluchtartig verließ. „Ein mehrmonatlicher Aufenthalt im südlichen Schweden gewährte ihm die Anregung zu seinem gewandt geschriebenen und mit zahlreichen historisch-politischen Excursen“ (Wohlwill in ADB XV,642) ausgestatteten Buch „Reise über den Sund“. Nach weiteren medizinischen Studien in Kopenhagen gründete G.Kerner in Hamburg eine ärztliche Praxis, wo er sich sozialen Aufgaben widmete (Einführung der Impfung, Arzt des Armen- und Entbindungshauses). C.H.Pfaff, ebenfalls Karlsschüler und Arzt in Kiel, hatte Kerner in Hamburg mehrfach getroffen. In seinen Lebenserinnerungen (Kiel 1854, S.60) berichtet er: „Kerner’s äußere Erscheinung verrieth schon dem ersten Anblicke den ausgezeichneten thatkräftigen Mann. Seine Statur war von mittlerer Größe, aber von dem schönsten Ebenmaße. Seine dunkelbraunen Augen waren im leidenschaftslosen Zustande ruhig und der Blick schwermüthig; in der Aufregung der Leidenschaft, aber vor allem durch Politik erregt, wurden sie leuchtend, selbst flammend, aber mit einem melancholischen Anfluge...“. - Einbanddecken und Rückenleder mit einigen kleinen Fehlstellen. Gelöschter Besitzeintrag auf dem Vorsatz. Neueres Exlibris am Spiegel. Frisches, nahezu fleckfreies, schönes Exemplar. - (Fischer Cotta I, 410; Engelmann 403 (irrtüml. „1800“); Schröder III,1911,5).
Kerner, Justinus, Arzt und Dichter (Ludwigsburg 1786-1862 Weinsberg). Eigenhändiger Brief mit Unterschrift: „Justinus Kerner“. Datiert Weinsberg, 6. Oktober [18]52. 2 1/2 Seiten. Gefaltetes Doppelblatt an „Herzliebe Töchter“ in Basel. Links oben eingedrückt ist Kerners Prägestempel: „J.K“ unter einer Krone.
€ 1.100,-
Bisher unbekannter und unveröffentlichter Brief von Justinus Kerner an ungenannte, gute Bekannte in Basel. Kerner berichtet von Krankheiten, erwähnt seine ‘Seherin von Prevorst’ und ‘Der letzte Blüthenstrauß’, bestellt Grüße an mehrere Basler Bekannte. „Wir danken für euer Buch und noch einmal für die Freundlichkeit, mit der ihr uns in Basel aufgenommen. Wir hatten seit wir euch verlassen viel Jammer. Zu Hause trafen wir einen Enkel ... am Typhus an, auch ich bin kranker (!) als früher und meine Frau liegt im Augenblicke auch krank. Ich halte mein Versprechen, Ihnen die Seherin von Prevorst zu senden. Lesen Sie sie mit viel Liebe ... In Kurzem erscheint ‘Mein letzter Blüthenstrauß’. Sie können ihn in jeder Buchhandlung erhalten. Schaffen Sie sich ihn an und empfehlen Sie ihn anderen.“. ‘Die Seherin von Prevorst’ war 1829, der ‘Letzte Blüthenstrauß’ 1852 bei Cotta in Tübingen erschienen. Weiter erwähnt Kerner die Krankheit seines Enkels Hermann Niethammer und bestellt unter anderen Grüße an ‘Herrn Auberlen und Frau’. Das ist sehr wahrscheinlich Karl August Auberlen (Fellbach 1824 - 1864 Basel), der nach dem Studium der Theologie als Stiftler von 1851-1864 Professor der Theologie an der Universität Basel gewesen war. - Wohl wegen der Adressfaltung etwas knitterig. Vollständige Transkription liegt vor.
Langsdorf, Johann Wilhelm. Ausführlichere Abhandlung von Anlegung, Verbesserung und zweckmäßiger Verwaltung derer Salzwerke, nebst einem Anhang von denen Rechten und Befugnissen eines Landesherrn auf Salzquellen und auf den Alleinhandel des Salzes. I. Theil mit Kupfern (- II. Theil mit Kupfern). In einem Band gebunden. [Erste Auflage]. Gießen: Johann Christian Krieger 1781. Zweifach gefaltete Kupferstich-Porträt-Silhouette des Verfassers, Titelblatt, 8 nnum. Blätter, 468 Seiten; Titelblatt, Seite 469 - Seite 780 (richtig 776. Paginierung springt bei Seite 740. So vollständig!). Mit mehreren barocken Zierstücken im Text und zehn mehrfach gefalteten, großen (27 x 47 cm) Kupfertafeln. Farbschnitt. Guter Pappband der Zeit mit goldgeprägtem Rückenschild. 4to.
€ 1600,-
„Die erste umfassende und systematische Publikation zum Thema überhaupt.“ Prächtiges Exemplar des ersten Standardwerks zur Salzgewinnung, das im Anhang auch die landesherrlichen Rechte an den Salzquellen und das Salzmonopol behandelt. Mit zahlreichen Formularbeispielen für die Administration eines Salzwerks, Beispiel einer „Sodenordnung“, organisatorisches und juristisches zum Salzhandel. Ausführliches Register ab Seite 763. Mit zehn großformatigen, ausfaltbaren Kupferstichen zum Salinenbau, die in 106 Abbildungen den Aufbau der Gradierhäuser, Siedehäuser, Maschinen, Feldgestänge, Windmühlen, Wasserpumpen, Röhrenleitungen etc. zeigen. - Johann Wilhelm Langsdorf (Nauheim (Hessen) 1745 - 1827 Gießen) ließ sich nach Studien in Göttingen und Greifswald ab 1769 als Advokat in Friedberg und 1770 in Bad Homburg nieder. Er wurde 1776 als Kammerrat für das Salinenwesen nach Darmstadt berufen und war seit 1792 Salinendirektor. 1808 wurde er zum Vizedirektor und Geheimrat an der Hofkammer in Gießen ernannt. - Innen vereinzelt, erste und letzte Lagen etwas stärker stockfleckig. Gutes und frisches Exemplar. - (ADB XVII, 690; Ferchl 295; Humpert 3831; NDB XIII, 611; Poggendorff I, 1372; Reichert: Bibl. rerum metall. I, 80).
Mörike, Eduard. Gedichte. Dritte, vermehrte Auflage. Stuttgart, Augsburg: Cotta 1856. VIII, 346 Seiten, 1 Blatt weiß, 2 Blätter Verlags-Anzeigen. Goldschnitt. Original-Leinwandband mit reicher, allegorisch ornamentaler Gold- und Blindprägung auf Decken und Rücken. 12mo.
€ 480,-
Die zauberhafte, erste „Miniaturausgabe“, vermehrt um 13 Gedichte in einem sehr schönen Exemplar. Im Mai 1855 waren noch etwa 400 Stück der zweiten Auflage (Stuttgart 1848) nicht verkauft; dennoch druckte Cotta 1.000 neue Exemplare und zahlte Mörike 500 Gulden. Cotta sah sich zu solcher Großzügigkeit durch verschiedene Zuschriften von Emmanuel Geibel veranlasst. Dieser hatte ihm schon im Februar 1848 geschrieben: „Außer bei Goethe ist mir nirgends ein so schöner und reiner Ausdruck des Gefühls, ein so liebenswürdiger Humor vorgekommen... Der Tag einer allgemeinen Anerkennung kann für ihn nicht ausbleiben, und seine Lieder werden einst in ihrer einfachen Schönheit ruhig dastehen, wenn unendlich viel Gespreitzes und Gebeiztes...in seiner inneren Nichtigkeit längst der Vergessenheit anheimgefallen sein wird.“ Diese dritte Auflage ist gegenüber der zweiten um dreizehn Gedichte vermehrt, darunter „Der alte Turmhahn“. - Sehr schönes, nahezu fleckfreies Exemplar mit einem winzigen Einriss am vorderen Außengelenk. Handschriftlicher Besitzvermerk am fliegenden Vorsatz. - (Katalog Marbach 363; Slg. Borst 1877; Slg. Kauffmann 141).
MORTUARIUM - Totenregister des Klosters Wonnenthal bei Kenzingen (Süd-Baden). Handschrift. Mortuarium. Monasterij Virginum B. Mariae Virginis in Jucunda valle vulgo Wunnenthal. In quo invenies Defunctarum Dominarum Abbatissarum et Monialium Nomina, nec non Anniversaria Benefactorum huius Monasterij per menses et dies distributa. Gottes Hauß Wunnenthal Im Jahr 1712. Renovatum A. F. Stephano Triebel Confessario Indigno. (von anderer Hand: obijt anno 1720 die 2. Novemb[er]). 369 nichtpaginierte Blätter mit zahlreichen datierten, handschriftlichen Einträgen verschiedener Hände. Farbschnitt. Schlichter Lederband der Zeit auf vier Zierbünden. Vorderdeckel mit Blindprägung: ‘Wunnenthal / 1710’. Reste von zwei Schließen. 8vo.
€ 3200,-
Umfangreiches, handschriftliches, originales Totenregister des ehemaligen Zisterzienserinnenklosters Wonnenthal, angelegt im Jahr 1712 vom Profess des Klosters Tennenbach bei Kenzingen im Breisgau, Pater Stephan Triebel. Kalendarium für jeden Tag des Jahres mit einem Doppelblatt, eingezeichneter Bordüre mit handschriftlichem Tagesdatum. Mit sehr zahlreichen handschriftlichen Einträgen der Todestage verstorbener Klosterinsassen, Schwestern, Äbtissinnen, Gönner, etc. jeweils mit dem Todesjahr auf der entsprechenden Tages-Doppelseite eingetragen. Die Einträge reichen von 1294 bis 1821. Einige Beispiele: 22. Januar: „1292 ist in Gott entschlaffen Frau Gertrudis N. liegt in dem Chor“; 5. August: „1472 ist in Gott entschlaffen die Hochwürdige Fraue Susanna Hündin von Kentzingen 16. Aebtissin.“; 2. November „1720 ist in Gott entschlaffen der wohlehrwürdige Herr P[ater] Stephany Triebel. Profess zu Tennenbach, allhier aber 12 Jahr beichtvatter. Hat den Closterfrauen sehr viel gedienet mit schreibung Coral und anderen Buechern“. - Das Kloster Wonnenthal bei Kenzingen wurde um 1240 von den Herren von Uesenberg gegründet und diente als deren Grablege. 1254 päpstlich bestätigt. Anfänglich gehörte das Kloster dem Dominikanerorden an. Der Frauenkonvent wurde im Jahr 1262 dem Zisterzienserorden eingegliedert. Blütezeit im 14. Jahrhundert. Von den Armagnaken 1444 und im Bauernkrieg zerstört. In den Kriegen des 17. Jahrhunderts mehrfach geplündert, wurde es 1806 säkularisiert. - Innen stellenweise gebräunt und wenig fleckig. Lederrücken etwas dilettantisch hinterlegt. Vorsätze erneuert. Gutes Exemplar der hochinteressanten Handschrift.
Mozart, Wolfgang Amadeus. Den 5. December [1791]. Johannes Chrysostomus Wolfgang Gottlieb MOZART. (Seite 82 - 112) In: Schlichtegroll, Friedrich. NEKROLOG auf das Jahr 1791. Enthaltend Nachrichten von dem Leben merkwürdiger in diesem Jahre verstorbener Personen. Zweyter Jahrgang. Zweyter Band. [Erste Auflage]. Gotha: Perthes 1793. Titelblatt, 3 nnum. Blätter ‘Vorrede’ und ‘Inhalt’ 388 Seiten. Zwei nnum. Blätter Register. Exemplar auf besserem Papier. Farbschnitt. Guter, fester Pappband der Zeit mit handschriftlichem Rückenschild. Kl.-8vo.
Mozart, Wolfgang Amadeus. MOZART. <Nekrol[og] 1791, II, 82>. (Zweyte Abtheilung: Seite 159 - 161). In: Schlichtegroll, Friedrich. Supplement-Band des Nekrologs für die Jahre 1790, 91, 92 und 93, rückständige Biographien[,] Zusätze und Register enthaltend. Erste Abtheilung. (- Zweyte Abtheilung). In einem Band gebunden. [Erste Auflage]. Gotha: Perthes 1798. Titelblatt, Zwischentitelblatt, 444 Seiten; Zwischentitelblatt, Seite (3) - Seite 238, ein Blatt weiß. Farbschnitt. Guter, fester Pappband der Zeit mit handschriftlichem Rückenschild. Vorderes, bedrucktes Blatt der Original-Broschur miteingebunden. Kl.-8vo.
2 Bände € 2400,-
„... er hat sich in dieser kurzen Zeit einen Nahmen gemacht, der nicht untergehen wird, so lange nur noch Ein Tempel der Muse der Tonkunst stehen wird...“ (Seite 112). Hier vorliegend die erste Auflage der ersten Mozart-Biographie, vollständig mit dem Supplement-Band. Schlichtegroll bezog die Informationen für diesen Nekrolog hauptsächlich von Mozarts Schwester Maria Anna (Nannerl) und von Salzburger Bekannten und Freunden Mozarts, also aus authentischen Quellen. Er hatte seinen Schwerpunkt auf die Kindheit und Jugend Mozarts gesetzt - und damit das Bild des „Wunderkindes“ erschaffen. „Denn so wie dieser seltne Mensch früh schon in seiner Kunst Mann wurde, so blieb er hingegen - diess muss die Unpartheylichkeit von ihm sagen - fast in allen übrigen Verhältnissen beständig Kind. Er lernte nie sich selbst regiren; für häusliche Ordnung, für gehörigen Gebrauch des Geldes, für Mässigung und vernünftige Wahl im Genuss hatte er keinen Sinn. Immer bedurfte er eines Führers, eines Vormundes, der an seiner Statt die häuslichen Angelegenheiten besorgte, da sein eigner Geist beständig mit einer Menge ganz anderer Vorstellungen beschäftigt war, und dadurch überhaupt alle Empfänglichkeit für andere ernsthafte Überlegung verlor.“ (Seite 109). Diese Darstellung war selbstverständlich nicht im Sinne von Constanze Mozart, und deshalb hatte sie - allerdings vergeblich - versucht, die Verbreitung von Schlichtegrolls Nekrolog zu verbieten. Im Supplement-Band wird über den Auftrag und die Entstehung des ‘Requiems’ berichtet. Beide Bände enthalten 23 weitere Nekrologe und 20 Nachträge und Berichtigungen. Friedrich Schlichtegroll (Walterhausen bei Gotha 1765 - 1822 München) hatte Nekrologe für die Jahre 1790 - 1806 für Persönlichkeiten aus Kunst, Literatur und Wissenschaft veröffentlicht. - Beide Bände wenig berieben. Rückenbezug etwas nachgedunkelt. Nur der Supplement-Band vereinzelt wenig stockfleckig und mit kleinen Bezugsfehlstellen am Rücken und in den Gelenken. - (Angermüller/Schneider: Mozart-Bibliographie Nr. 5171, Keller: Mozart-Bibliographie Nr. 237).
Regensburg - Jubel-Fest zum Religionsfrieden. Christliche Verordnung, Wie es bey dem instehenden Religions-Friedens-Jubel-Feste den 25. Sept[ember] 1755 in der des Heil[igen] Röm[ischen] Reichs Freyen Stadt Regenspurg Bey dem öffentlichen Gottesdienst in denen Evangelischen Kirchen, zum Lob und Dank Gottes, gehalten werden soll. Nebst beygefügtem Religions-Frieden. Regensburg 1755: Gebrüder Zunkel. 56 Seiten. Titelblatt mit Holzschnitt-Vignette. Mehrere barocke Zierstücke im Text. 3 1/2 unbeschnittene, unaufgeschnittene, gefaltete, lose Bogen. 8vo.
€ 160,-
Das 739 durch den heiligen Bonifatius begründete Bistum blieb auch nach Einführung der Reformation im Jahre 1528 katholischer Bischofsitz, so dass das katholische Bekenntnis in der freien Reichstadt vertreten blieb. Vorliegende Verordnung enthält die Abfolge der Gebetstexte und Lieder, die am 25. September 1755 zur 200jährigen Jubelfeier des Augsburger Religionsfriedens in den Evangelischen Kirchen Regensburgs gepredigt und gesungen werden sollen. Als Anhang (Seite 33 bis Seite 56) ist der Text des Religions-Friedens, „extrahirt aus dem Reichs-Abschied, aufgerichtet zu Augspurg, den 25. Sept. 1555“ abgedruckt. - Heinrich Gottfried und Immanuel Zunckel waren in Regensburg als Ratsbuchdrucker, Buchhändler und Verleger bis 1756 gemeinsam als „Gebrüder Zunckel“ tätig. Heinrich Gottfried Zunckel hatte die Druckerei von seinem Vorgänger, Johann Caspar Memmel, dessen Witwe er 1741 heiratete, übernommen. (Paisey: Dt. Buchdrucker 1701-1750, Seite 298). - Originale, gefaltete Rohbogen. Nicht gebunden, aber so vollständig.. Stellenweise schwach stockfleckig und etwas gebräunt.
Reinhold, Erasmus - Mästlin, Michael (Herausgeber). PRVTENICAE TABVLAE COELESTIVM MOTVVM. Cum Gratia et Priuilegio Caesareae et Regiae Maiestatis. (Drei Teile in einem Band). Tübingen: Oswald und Georg Gruppenbach 1571. 5 (statt 8) nnum. Blätter, 66 num. Blätter, 2 nnum. Blätter, 13 num. Blätter, 1 Blatt weiß, 143 num. Blätter, 1 nnum. Blatt. Mit drei mehrfach gefalteten Tabellen-Tafeln, zwei schematischen Textholzschnitten sowie zahlreichen gedruckten Planetensymbolen und Tabellen. Haupttitel und Titel von Teil I mit prachtvoller Holzschnitt-Druckermarke der Offizin Gruppenbach. Flexibler Pergamentband der Zeit mit handschriftlichem Rückentitel. 4to.
€ 6500,-
Eines der wichtigsten astronomischen Tafelwerke der Renaissance in der von Michael Mästlin edierten Tübinger Ausgabe. Erasmus Reinhold (Saalfeld 1511-1553 Wittenberg) wurde nach dem Mathematikstudium in Wittenberg auf den dortigen Lehrstuhl der Astronomie berufen. Er gehörte zu den frühesten Anhängern des Kopernikus, und sein Tafelwerk beruht weitgehend auf dessen langjährigen Beobachtungen. Es fand wesentlich weitere Verbreitung als Kopernikus’ eigenes Hauptwerk und wurde erst durch Keplers Rudolphinische Tafeln (Ulm 1627) abgelöst. Reinhold, der in seiner Vorrede ausführlich die Verdienste des Kopernikus beschreibt, widmete dieses Werk dem Markgrafen Albert von Brandenburg, Herzog von Preußen (deshalb „Prutenicae“). Es erschien zuerst 1551 in Tübingen (der Tübinger Druck von 1562 ist eine Titelauflage). Die Herausgabe der hier vorliegenden, zweiten Auflage ist das wissenschaftliche Erstlingswerk des 20jährigen Michael Mästlin (Göppingen 1550-1631 Tübingen), dessen Nachwort und ausführliche Druckfehlerliste (ab Blatt 143) vom 5. September 1571 datiert. Mästlin war wenige Wochen vorher (1. August) an der Universität Tübingen zum Magister Artium promoviert worden. Nach dem Diakonat in Backnang (ab 1576) erhielt er 1580 einen Ruf an die Universität Heidelberg. Als Nachfolger Philipp Apians übernahm er 1584 den Lehrstuhl für Mathematik und Astronomie an der Universität Tübingen. Er war einer der angesehensten Astronomen seiner Zeit und ab 1587 der Lehrer von Johannes Kepler. - Die drei Blätter der Widmung faksimiliert. Titelblatt mit unauffällig hinterlegten Radierstellen ohne Textverlust. Fleck im oberen Außensteg der ersten beiden Lagen. Durchgehend schwach feuchtrandig. Bindung etwas gelockert. Pergamentbezug knittrig. (Adams II,140,331; Graesse VI,73; Houzeau-Lancaster 12727; Kästner II,609; Poggendorff II,598; VD16 R 966; Zinner 2553).
Reitkunst - Leischner, C[arl] F[erdinand]. Lehrer der Reitkunst. Taschenbuch zur Selbsterlernung der Reitkunst für Freunde derselben. Leipzig: Kollmann 1826. Gestochener Titel mit hübscher Pferdekopf-Vignette, 128 Seiten. Schlichter Pappband der Zeit mit abgeblättertem Rückenschild. Kl.-8vo.
€ 95,-
„Aufgefordert durch mehrere meiner Scholaren, habe ich dieses Werk in der angenehmen Hoffnung geschrieben, daß es dem Bedürfnisse, welches die Literatur an einem deutlichen und wohlfeilen Werk zum Selbstuntericht in der Reitkunst hat, abhelfen, und der zahlreichen Classe der Liebhaber des Reitens eine kurzgefaßte Uebersicht aller Regeln der Reitkunst seyn soll.“ (Aus dem Vorwort). Das Werk ist in 20 Kapitel eingeteilt, wie z.B.: „Vom Sattel und Zaum“, „Vom Sitz zu Pferde“, „Vom Pariren (!) im Schritt und Trab“, „Vom Galopp“, „Von den Unarten der Pferde“ und andere. - C. F. Leischner (geb 1799 in Königsbrück) war Kaufmann in Prettin und in Leipzig als Reitlehrer tätig gewesen. (Hamberger/Meusel: Das gelehrte Teutschland Band 23). - Teils gebräunt, stock- und feuchtfleckig. Einband fleckig, berieben und bestoßen. Stärkerer Fleck auf dem Rückendeckel auf die letzten zwei Blätter durchschlagend. Das hintere, fliegende Vorsatzblatt entfernt.
Sächsische Schweiz - Tromlitz, A. [d. i. Karl August Friedrich von Witzleben]. Romantische Wanderungen durch die Sächsische Schweiz. Mit 30 Stahlstichen. (= Das malerische und romantische Deutschland. In zehn Sektionen. Erste Sektion). [Erste Auflage]. Leipzig: Wigand [1836-1837]. 240 Seiten. 30 prachtvolle Stahlstich-Ansichten auf Tafeln nach Zeichnungen von Ludwig Richter, Otto Wagner, R. Roberts u.a. Kamm-Marmorschnitt. Schöner Halblederband der Zeit mit goldgeprägtem Rückentitel und reicher Rückenvergoldung. Lederecken. Gr.-8vo.
€ 350,-
Die prachtvollen Ansichten der Sächsischen Schweiz in einem sehr schönen Exemplar. Stahlstich-Ansichten von Dresden, Pillnitz, Pirna, Schandau, Bastey, Lohmen, Neurathen, Felsenthor, Lilienstein und Königstein, Teplitz, Stolpen, Tetschen, Nossen, Frauenstein u.a. - Der Verfasser K. A. F. von Witzleben (Tromlitz in Thüringen 1773 -1839 Dresden) trat nach dem Besuch der Weimarer Pagenschule in die Dienste des Herzogs von Braunschweig, der Fürsten von Hohenlohe und des Großherzogs von Berg. Als Schriftsteller hatte er sich auf seinem Gut Beuchlitz bei Halle, in Dresden und auf seinen Weinbesitzungen im Elbtal niedergelassen. - Bogen 25 und 26 vertauscht, aber vollständig. Rücken etwas aufgehellt. Durchgehend schwach stockfleckig. Hinteres fliegendes Vorsatzblatt entfernt. - (Engelmann 417; Hoff/Budde 2999-3025).
Schubert, Gotthilf Heinrich von. Die Geschichte der Seele. Nebst acht (eine koloriert) lithographirten Tafeln. Dritte Auflage. Stuttgart, Tübingen: Cotta 1839. XXVI, 971 Seiten, letzte Seite weiß. Acht Tafeln mit anatomischen, lithographierten Abbildungen. Lesebändchen. Farbig marmorierte Vorsätze. Farbiger Marmorschnitt. Schöner, marmorierter Halblederband der Zeit mit prächtiger Romantiker-Rückengoldprägung und goldgeprägtem Rückentitel. Lederecken.
€ 190,-
Wissenschaftliches Hauptwerk des Naturphilosophen der Romantik in einem prächtigen, zeitgenössischen Halblederband. Das umfangreiche Werk liefert wichtige Grundgedanken zur Psychoanalye und Psychopathologie. Schubert selbst hatte es als das Hauptwerk seiner wissenschaftlichen Tätigkeit bezeichnet. Die erste Auflage war 1830 ebenfalls in Tübingen bei Cotta erschienen. - Gotthilf Heinrich von Schubert (Hohenstein 1780 - 1860 in Laufzorn bei München) ließ sich nach dem Studium der Medizin als praktizierender Arzt in Altenburg (Thüringen) nieder. Er gab seine Praxis allerdings auf und widmete sich in Dresden einer freien wissenschaftlichen Tätigkeit. 1809 wurde er Direktor der Realschule in Nürnberg, 1816 Erzieher der Kinder des Großherzogs Ludwig von Mecklenburg-Schwerin in Ludwigslust. Er hielt vielbeachtete Vorträge über die Nachtseiten der Naturwissenschaft (animalischer Magnetismus, Hellsehen, Träume). 1819 bekam er in Erlangen einen Lehrstuhl für Naturgeschichte. Er las dort unter anderem über Botanik, Geognosie, Mineralogie und Forstwissenschaften. Er erhielt 1827 eine Ruf als Professor für Allgemeine Naturgeschichte an die Universität in München. - Sehr gutes, nur sehr vereinzelt schwach stockfleckiges (erste und letzte Lagen etwas stärker) Exemplar. - (ADB XXXII, 634; Hirsch/Hübotter V, 149; Ziegenfuß II, 493).
Schwäbisches Archiv - Hausleutner, Philipp Wilhelm Gottlieb. Professor an der Herzoglichen Hohen Carls-Schule. Schwäbisches Archiv. Erster Band. Mit zwei illuminirten Kupfern. (- Zweiter Band. Mit einem illuminirten Kupfer und einem Schattenriß.). Zwei Jahrgänge mit insgesamt 7 Stücken in zwei Bänden gebunden. [Alles Erschienene]. Stut(t)gart, gedrukt in der Buchdrukerei der Hohen Carls-Schule 1790-1793. I,1: 4 nnum. Blätter, VIII Seiten ‘An das Publicum’ (verbunden zwischen Seite 130 und 135), 136 Seiten; I,2: Seite 137 - 280; I,3: Seite 281 - 424; I,4: Seite 425 - 560; II,1: 4 nnum. Blätter, 144 Seiten; II,2: Seite 145 - 288; II,3: Seite 289 - 400. Mit 3 kolorierten Kupferstichen von J.A.Schneck und L.Ebner, eine gestochene Silhouette, 7 Falttabellen. Sehr schöne, marmorierte Halblederbände um 1900 mit Rückenvergoldung.
€ 3.400,-
Die äußerst seltene, periodische Druckschrift zur Literatur, Kunst, Geschichte, Topographie, Geographie und Statistik Schwabens in einem schönen und vollständigen Exemplar. Aus dem Inhalt: „Briefe über die Revolution in Frankreich. Geschrieben vom 23ten Juli bis zum 2ten Oct. 1789“ von Karl Friedrich Reinhard (Schorndorf (Württemberg) 1761 - 1837 Paris) dem späteren französischen Gesandten, mit Hausleutner seit der gemeinsamen Tübinger Stiftszeit bekannt, „Über die Geschichte der Erziehung und des Unterrichts in Schwaben“, „Topographie von Mömpelgart“, Topographische Beschreibung der Reichsstadt Überlingen und ihres Gebiets“, „Schwäbisches Idiotikon“, „Schulwesen der Reichsstädte Memmingen und Lindau“, „Nachricht von Fischerstechen in Ulm“, „Ulmische Hochzeitordnungen“, „Nicodem Frischlin, der unglükliche Wirtembergische Gelehrte und Dichter“, „Nachricht von dem Alter und den Mahlereien der Kirche zu Weilheim“, „Topographische Beschreibung der Reichsstadt Biberach“, „Sebastian Ilsungs Wallfart(!) nach St. Jago, und anderen H. Orten in Spanien, im Jahr 1446“ u.v.a. Biographische Nachrichten von Tobias Mayer (Mathematiker und Astronom. Marbach 1723 - 1762 Göttingen); Thomas Wizenmann (Philosoph, Ludwigsburg 1759 - 1787 Mühlheim) mit dessen „Schattenriß“; Jacob Brucker (Philosoph, Historiker und Schriftsteller. Augsburg 1696 - 1770) mit Werkeverzeichnis; Johann Jacob Brechter (Theologe. Augsburg 1734 - 1772) u.a. Die schönen, kolorierten Kupfertafeln zeigen „Bäuerinnen aus der Gegend von Balingen, im Sonntags-Kleide“; „Bauer beim Fischerstechen zu Ulm“ im Narrenkostüm; „Ein Mädchen von der Steinlach“ in ihrer Tracht. - Philipp Wilhelm Gottlieb Hausleutner (Neuenstadt an der Linde 1754 - 1820 Stuttgart) studierte 1772-75 Philologie als Stiftler an der Universität Tübingen, war Hofmeister in Esslingen und wurde 1780 Lehrer an der Stuttgarter Militärakademie. Im folgenden Jahr an die Hohe Karlsschule in Stuttgart berufen, wurde er dort 1788 zum Professor der klassischen Philologie ernannt. - Etwas gebräuntes und wenig fleckiges, gutes Exemplar. - (Gradmann 219, 5; Hamberger/Meusel III, 128; Haug: Das gelehrte Wirtemberg 94 (I. und II. Stück); Heyd I, 92; Katalog Marbach: Französische Revolution und deutsche Literatur. (Ausführlich zu den Briefen Reinhards, Seite 59 ff.); Kirchner 1229; Krauß I, 233 f.).
Shakespeare, [William]. Theatralische Werke. Aus dem Englischen übersezt (!) von Herrn Wieland. Itr Band. (- VIIItr Band). In sieben Bänden gebunden. (Bände I und II in einem Band). Mit acht radierten Titelblättern und 22 Vignetten von S[alomon] Gessner. [Erste Auflage]. Zürich: Orell, Geßner und Comp. 1762 - 1766. 28 Seiten „Alexander Pope’s Vorrede zu seiner Ausgabe des Shakespeare“, 332 Seiten, 2 nnum. Blätter „Drukfehler“ und „Erinnerung“; 448 Seiten; 460 Seiten, ein Blatt „Drukfehler“; 496 Seiten, ein Blatt „Drukfehler“; 420 Seiten; 430 Seiten, ein Blatt weiß; 492 Seiten; 376 Seiten, 30 Seiten „Einige Nachrichten Von den Lebens-Umständen des Herrn Willhelm Shakespeare“, ein Blatt weiß. Farbschnitt. Marmorierte Halblederbände der Zeit (Bände III-V meisterhaft und uniform neu gebunden) auf fünf echten Bünden mit goldgeprägtem Rückentitel und reicher, floral ornamentaler Rückengoldprägung. Lederecken.
€ 8500,-
Epochemachende erste umfangreiche Shakespeareübertragung ins Deutsche und eine der großen Seltenheiten der deutschen Literatur des 18. Jahrhunderts in einem prachtvollen, dekorativen und vollständigen Exemplar. Die insgesamt 22 von Wieland übersetzten Dramen sind bis auf den „Sommernachtstraum“ der bei Wieland sehr schön „St. Johannis Nachts-Traum“ heißt, alle in Prosa übertragen. Wielands Übertragung war grundlegend für die in Deutschland unmittelbar danach einsetzende, ungemein fruchtbare Rezeption mit dem bis dahin als unübersetzbar geltenden Werk William Shakespeares und wurde von Lessing nachdrücklich und voller Enthusiasmus gelobt. Goethe äußerte noch im Januar 1813 gegenüber Johann Daniel Falk: „Eben diese hohe Natürlichkeit ist der Grund, warum ich den Shakespeare, wenn ich mich wahrhaft ergötzen will, jedesmal in der Wieland’schen Übersetzung lese“. Der Durchbruch zu Shakespeare in Deutschland geschah in dem berühmten 17. Literaturbrief Lessings im Jahre 1759. Auf Shakespeare hinweisend enthüllt er seinen tiefsten Wunsch, dass auch dem deutschen Volk ein Genie erstehen möge, das seine Sprache und seinen Geist frei mache: "Ein Genie aber kann nur von einem Genie entzündet werden". Drei Jahre danach legte Wieland die erste umfassende Shakespeare-Übersetzung vor. (Printing and the mind of man 122). - Christoph Martin Wieland (Oberholzheim/Biberach 1733 - 1813 Weimar) hatte in seiner Zeit als Leiter des Biberacher Theaters als erster in Deutschland ein Drama Shakespeares auf die Bühne gebracht. In der ‘Metzig’ der schwäbischen Reichsstadt wurde 1761 das von ihm selbst übertragene Stück „Der Sturm“ (The Tempest) öffentlich aufgeführt. Die Kenntnis der Bühnenbedürfnisse mag ihm überhaupt erst den Gedanken einer umfangreicheren Übersetzung nahegelegt haben, und er hat damit das Theaterleben in Deutschland nachhaltig beeinflusst. - Bände I, II und VI-VIII mit Stempel und handschriftlichem Eintrag am Titel (auch verso), Vorsätze leimschattig, innen jedoch nahezu fleckfrei. Bände III-V meisterhaft passend neu gebunden und teils etwas, Band IV stärker stockfleckig. Sehr schönes Exemplar des seltenen Werkes. - (Bodmer: Bibliothek der Weltliteratur, Zürich 1947, Seite 93; Deusch 8; Goedeke IV/1, 551, 50; Gradmann 777, 30; Kaldewey: H & T IX, 237; Slg. Borst 125; Rümann 1072; nicht in den Literatursammlungen bei Hirschberg oder Griesebach).
Vergerio, Pietro Paolo in: Chizzuola, Ippolito Bresciano. Risposta di Donn’Ippolito Chizzvola Bresciano, canonico Regolare Lateranense. Alle bestemmie & maledicenze contenute in tre scritti di Paolo Vergerio, contra l’Indittione del Concilio, publicata da Papa Pio Quarto ... Venedig: Andrea Arrivabene 1562. Titelblatt mit Druckermarke, 13 nnum. Blätter, 252 Seiten, ein Blatt mit Druckvermerk und wiederholter Druckermarke A. Arrivabenes. Letztes Blatt weiß. Vorsätze erneuert. Neuerer Pergamentband unter Verwendung alten Materials mit durchgezogenen Bünden. 4to.
€ 1.500,-
Originaler Druck der Streitschrift gegen Petrus Paulus Vergerius: „Antwort auf die Gotteslästerungen und Flüche in drei Schriften des P. Vergerio gegen die Indizierungen des Tridentiner Konzils.“ Petrus Paulus Vergerius (Capo d’Istria 1497 - 1565 Tübingen) wurde nach dem Studium der Rechtswissenschaften in Padua 1530 päpstlicher Nuntius. 1535 wurde er von Papst Paul III. zu den deutschen Fürsten gesandt, um diese zu dem beabsichtigten Konzil einzuladen, und hatte in Wittenberg eine Besprechung mit Luther. 1536 nach Rom zurückberufen, gab er seine Nuntiatur auf und wurde zum Bischof von Modrus und wenig später zum Bischof von Capo d’Istria ernannt. Der Hinwendung zur Reformation verdächtigt, wurde Vergerius 1549 verurteilt und exkommuniziert. Er floh nach Graubünden, wo er 1549-53 Pfarrer war. 1553 folgte Vergerius einem Ruf nach Tübingen, setzte sich für die Förderung der Reformation ein und übernahm im Auftrag des Herzogs Christoph von Württemberg zahlreiche Missionen. Dem hier vorliegenden Venediger Druck von Chizzuola (Brescia 1521 - 1565 Padua) hatte Vergerius aus Tübingen 1563 und 1565 eigene Streitschriften entgegengesetzt. - Erste Blätter mit fachgerechten Randausbesserungen in den Stegen ohne Textverlust. Durchgehend schwach, erste und letzte Lagen stärker feuchtrandig. - (Brunet V, Sp. 1133; Graesse VII, 283; Italienischer VD16: CNCE12124; Haym, N.: Libri Rari Italiana 236, 7).
Wells, Wilhelm Carl - Horner, J[ohann] C[aspar] (Übersetzer). Versuch über den Thau und einige damit verbundene Erscheinungen. Nach der dritten englischen Ausgabe übersetzt. [Erste deutsche Auflage]. Zürich: Geßner 1821. XII, 96 Seiten. Schlichter, fester Kartonumschlag der Zeit.
€ 180,-
Erste deutsche Übertragung der ersten Monographie über den Tau. In drei Abteilungen wird das Phänomen des Taus untersucht: I.: „Erscheinung des Thaus“. II.: „Theorie der Thaubildung“. II.: „Erscheinungen, die mit der Thaubildung zusammenhängen.“ William Charles Wells (Charleston/South Carolina 1757 - 1817 London), praktischer Arzt in London und Mitglied der Royal Society hatte die erste Auflage von „An essay on dew and several appearances connected with it“ im Jahr 1814 in London veröffentlicht. Das Werk wurde in England bis 1877 in zahlreichen Auflagen gedruckt. Die hier vorliegende erste deutsche Übersetzung von Johann Caspar Horner (Zürich 1774 - 1834 Zürich), der Professor der Mathematik am Gymnasium in Zürich gewesen war, wo er später Ratsherr wurde. Er hatte an der Weltumseglung des Kapitän Krusenstern teilgenommen. Widmungsexemplar Horners an den Züricher Arzt, Ratsherrn, Staatsrat des Kantons und späteren Ersten Bürgermeister Paul Usteri (Zürich 1768 - 1831 Zürich) mit Horners eigenhändiger Widmung am Spiegel: „Herrn Staatsrath Usteri, / als ein Zeichen / aufrichtiger Verehrung / vom / Übersetzer J. C. Horner“. Rückendeckel mit kleinen Flecken. Gutes, wenig fleckiges Exemplar. - (Pogggendorff I, Sp. 1141 und II, Sp. 1292 f.).
Württembergische Gartenkunst - Taschenkalender (bzw. Taschenbuch) auf das Jahr 1795 (-1799) für Natur-und Gartenfreunde. Mit Abbildungen von Hohenheim und anderen Kupfern. Fünf Bände. Tübingen: Cotta 1794 - 1798. Zusammen über 1100 Seiten. 39 teils mehrfach gefaltete Kupfertafeln, 5 Titelkupfer und zwei kleine Textholzschnitte mit den Ansichten von Hohenheim. Weitere 24 teils mehrfach gefaltete Kupfertafeln, eine gefaltete Aquatinta und ein kolorierter Farbstich. Farbschnitt. Hübsche Original-Pappbände mit gestochenen Einbandillustrationen auf den Decken. Kl.-8vo (11,3 x 7,4 cm).
€ 3800,-
Die berühmte Kalenderreihe des Cotta’schen Gartenkalenders in der ersten Auflage der ersten fünf Jahrgänge mit der Beschreibung und den Ansichtskupfern der englischen Anlage in Hohenheim in einem vollständigen, schönen Exemplar. Dem Almanach voraus ging der Plan, die Beschreibung des wegen seiner geschmackvollen Anlage so berühmten Parks von Hohenheim mit kleinen Aufsätzen über alle Zweige der Gartenkunst zu verbinden. Cottas Idee eines Gartenalmanachs steht vermutlich mit Schillers Besuch in Württemberg (1793-1794) in Zusammenhang. Der mit Schiller befreundete Stuttgarter Kaufmann, Kunst- und Gartenfreund Gottlob Heinrich Rapp (1761 - 1832) wurde für die Ausführung gewonnen. Als Vorlage für die 44 Kupfertafeln zu der Beschreibung des Hohenheimer Gartens dienten ihm die Gouachen, die Victor Heideloff im Auftrag Karl Eugens 1790 angefertigt hatte. In kleinerem Maßstab wurden diese Vorlagen umgezeichnet und durch die talentierten Kupferstecher Duttenhofer, d’Argent, Schöpflin, Kohl, Isopi u.a. gestochen. „Die Vorstellung, daß wir eine ländliche Kolonie vor uns haben, die sich unter den Ruinen einer römischen Stadt niederließ ... bringt eine geistvolle Einheit in diese barocke Komposition. Lädliche Simplizität und versunkene städtische Herrlichkeit, die zwei äußersten Zustände der Gesellschaft, grenzen auf eine rührende Art an einander, und das ernste Gefühl der Vergänglichkeit verliert sich wunderbar schön in dem Gefühl des siegenden Lebens ...“ (Friedrich Schiller in seiner Rezension des Cotta'schen Gartenkalenders in der Jenaischen Allgemeinen Literatur-Zeitung vom 11. Oktober 1794). - Leicht angestaubt und etwas berieben und begriffen. Wenig braunfleckig, einige Tafeln mit kleinen Einrissen an den Knickstellen, gelegentlich etwas gelockert. Jahrgang 1797 im originalen Pappschuber. Die Jahrgänge 1796 und 1797 in der Ausgabe ohne das Kalendarium. - (Fischer Cotta Bibliographie 122, 143, 171, 210, 243; Kalender-Ausstellung Wolfenbüttel 73 (nur Jhg.1796); Köhring 157; Rühmann 132 f.).
Taschenkalender (bzw. Taschenbuch) auf das Jahr 1802 für Natur- und Gartenfreunde. Mit Kupfern. Tübingen: Cotta 1801. Mehrfach gefaltetes Titelkupfer („Plan des Hauses und Garten von Beaumarchais in Paris“), 8 Blätter Kalendarium, 3 nnum. Blätter, 206 Seiten mit einer Textillustration in Holzschnitt, einer Kupfertafel, 11 gefaltete Kupfertafeln. Gestochen von Haldenwang, Duttenhofer, Seyffer nach Joris, Thouret u.a., 2 Blätter Verlagsanzeigen. Farbschnitt. Original-Pappband mit gestochenem Einbandkupfer im originalen Pappschuber. Kl.-8vo. (11,0 x 7,5 cm).
€ 600,-
Erste Auflage. Mit den sechs Kupfertafeln zu: „Vorschläge zu GartenGebäuden von Herrn Hofarchitect Thouret“, jeweils in der Platte signiert: Thouret inv. / Duttenhofer sc. - Wenig berieben und nur vereinzelt minimal braunfleckig. Titelkupfer knittrig. Gutes Exemplar. (Fischer-Cotta 346; Köhring 157).
Taschenbuch auf das Jahr 1805 für Natur- und Gartenfreunde. Mit Kupfern. Tübingen: Cotta 1804. Mehrfach gefaltetes Titelkupfer („Ein Landhaus in alt-römischem Styl“), Titelblatt, 213(1) Seiten mit 5 gefalteten Kupfertafeln, zwei Kupfertafeln mit montierter, klappbarer zweiter Ansicht, ein Textholzschnitt. Gestochen von Bauer u.a., 4 Blätter Verlagsanzeigen. Farbschnitt. Original-Pappband mit gestochenem Einbandkupfer. Kl.-8vo. (11,0 x 7,6 cm).
€ 600,-
Erste Auflage. Ausgabe ohne das Kalendarium. Einband berieben, an den Kanten stärker. Vorderdeckel mit durchgehender Knickfalte. (Fischer-Cotta 480; Köhring 158).
Taschenbuch auf das Jahr 1806 für Natur- und Gartenfreunde. Mit Kupfern. Tübingen: Cotta 1805. Mehrfach gefaltetes Titelkupfer („Plan von dem Erbprinzen Garten in Carlsruhe“), Titelblatt, 221(1) Seiten mit 5 gefalteten Kupfertafeln, eine Kupfertafel mit klappbarem Porticus-Vorsatz, 2 Kupfertafeln mit Gartengeräten, Gestochen von Ausfeld, Bauer, Haldenwang u.a., 6 Blätter Verlagsanzeigen. Farbschnitt. Original-Pappband mit gestochenem Einbandkupfer. Kl.-8vo. (11,2 x 7,6 cm).
€ 600,-
Erste Auflage. Ausgabe ohne das Kalendarium. Einbanddecke etwas berieben. Rücken mit kleiner Fehlstelle am unteren Kapital und an den Aussengelenken. (Fischer-Cotta 531; Köhring 158).
Alle hier angezeigten Preise sind in Euro i n k l u s i v e der gesetzlichen Mehrwertsteuer von derzeit 7%.
VERSANDKOSTEN: Innerhalb Deutschlands liefern wir versandkostenfrei. Europa: 18,-- Euro pauschal. Welt: 36,-- Euro pauschal.
Unsere älteren Messeangebote vergangener Antiquariatsmessen:
Stuttgarter Antiquariatsmesse 2010.
Stuttgarter Antiquariatsmesse 2011.
Ältere Kataloge:
Bitte beachten Sie, dass die folgenden Kataloge schon seit längerer Zeit veröffentlicht sind.
Einige Titel sind deshalb leider nicht mehr verfügbar.
In den Katalogen sind alle angezeigten Preise in Euro i n k l u s i v e der gesetzlichen Mehrwertsteuer von derzeit 7%.
VERSANDKOSTEN: Innerhalb Deutschlands liefern wir versandkostenfrei. Europa: 18,-- Euro pauschal. Welt: 36,-- Euro pauschal.